Wochenlang Durcharbeiten, zwischendurch vielleicht einen halben Tag frei, das Hotel ausgebucht bis unter das Dach, die Gäste noch anspruchsvoller als sonst… kommt dir bekannt vor? Hochsaison is‘! Zeit für eine Zwischenbilanz: Ist bei dir auch schon ein bisschen die Luft raus? Zählst du auch schon die Tage bis zum Saisonende? Oder bis zum nächsten freien (Halb-)Tag? Freust du dich noch immer über jeden neuen Gast und schenkst ihm 100 % Aufmerksamkeit, wie am Anfang der Saison? (Wenn du dich da schon nicht gefreut hast – andere Baustelle, darüber sprechen wir demnächst.) Wie viel Energie kostet es dich, das ewige Lächeln aufrecht zu erhalten? Wenn du die Lust am Job verlierst musst du handeln! Ich zeige dir, wie du erkennst, ob es ernst ist und wie du für dich eine Lösung finden kannst.

Nur die Harten kommen in den Garten

Ich kann es nicht mehr hören: „Für die Hotellerie/Gastronomie muss man gemacht sein, Augen zu und durch…“ oder „Unsere Branche ist Stress pur, das war schon immer so, dagegen kann man nichts tun“.

Keine Frage, das Gastgewerbe bietet mit seinen Arbeitsbedingungen die perfekte Grundlage für einen stressigen Alltag. Wer keine Leidenschaft für diesen Job mitbringt, ist wirklich fehl am Platz. Aber das ist noch lange kein Grund, sich dem Stress auszuliefern und damit abzufinden, dass man früher oder später selbst verheizt. Genau mit diesem Klischee möchte ich aufräumen.

In der Leidenschaft für den Job steckt zugleich das größte Potenzial für Stress bis hin zum Burnout. Es trifft nicht die Unmotivierten, denn die hören auf bevor es ihnen zu viel wird. Es trifft besonders die Engagierten, die für ihren Job brennen und die sich jeder Chef wünscht. Sie merken vor lauter Leidenschaft nicht, wenn sie über ihre Leistungsgrenzen hinausschießen und sich selbst verheizen. Das musste ich selbst erst durchmachen, bis ich es geglaubt habe.

Ich will eine Lanze brechen für die, die Ihren Job lieben und trotzdem manchmal zweifeln, ob sie wirklich für diese Branche gemacht sind, ob sie dem Druck tatsächlich gewachsen sind. Ich will euch ermutigen, mal auf die Bremse zu treten und aus dem Karussel auszusteigen – vor allem wenn es um euch herum sonst keiner tut.

Für jene, die nicht Opfer der Umstände sein wollen, habe ich am Ende dieses Artikels ein Geschenk vorbereitet.

Wer lebt, hat Stress. Punkt.

Fakt ist, es gibt kein Leben ohne Stress. Du kannst ihn nicht aus deinem Leben verbannen – aber du kannst lernen, besser damit umzugehen und ihn sogar für dich zu nutzen anstatt dich von ihm durch die Gegend schubsen zu lassen.

In Stresssituationen produziert dein Körper vermehrt Stresshormone die dich zunächst in einen „fight-or-flight“ Modus versetzen. Das heißt, du bekommst einen extra Energiekick – das kennst du bestimmt aus Situationen, in denen du unter hohem Druck zur Höchstform aufläufst und dich im Nachhinein fragst, wie du das geschafft hast.

Warum ist das so wichtig? Stress macht auf Dauer dumm! Folgt auf den Stress keine Phase der Entspannung – zum Beispiel während der Hochsaison, wenn du immer nur funktionierst und gar nicht zum Durchatmen kommst – dann bist du im Stressmodus gefangen und bleibst auf deinen Stresshormonen sitzen. Das Stresshormon Cortisol schädigt den Teil im Gehirn, den du dafür brauchst um dich zu konzentrieren, dir Dinge zu merken und Gefühle wahrzunehmen. Dein Körper beginnt langsam auszubrennen. Anstelle des kurzfristigen Energiekicks fühlst du dich ausgelaugt und kannst weder im Alltagsgeschäft, noch wenn es richtig knallt, deine gewohnte Leistungsfähigkeit abrufen.

Stress-Signal Nr. 1: Du bist nervös, unruhig, schneller und öfter gereizt

Stresssituationen beeinträchtigen dein mentales Urteilsvermögen. Du bist anfälliger für Stimmungsschwankungen und sagst öfter Dinge die du im Nachhinein bereust. Unter Dauerstress bist du impulsiver und verlierst schnell die Geduld. Ein Beispiel gefällig? Stell dir vor, das Hotel ist bis auf das letzte Zimmer ausgebucht, die Abreisen sind noch nicht einmal wach. Da stehen die Anreisen schon auf der Matte und begrüßen dich mit „Ist unser Zimmer schon fertig?“ Du rollst innerlich mit den Augen und möchtest dem Gast für diese – gefühlt zum tausendsten Mal gestellte – Frage am liebsten ins Gesicht springen…

Stress-Signal Nr. 2: Du hast keinen Spaß mehr

Ja, Arbeit muss Spaß machen. Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, wie Maschinen zu funktionieren. Oft pushen wir uns selbst dazu, immer mehr und mehr zu leisten und vergessen dabei ganz auf den Spaßfaktor. Setzt du nur noch dein „Ja gerne-Lächeln“ für die Arbeit auf, so wie du deine Uniform anziehst?

Stress-Signal Nr. 3: Du könntest dauernd essen, am liebsten süß und fettig

Warum ist das so? Dein gestresstes Gehirn verhält sich wie in der Steinzeit. Aufgrund des hohen Cortisolspiegels schließt es auf erhöhten Energiebedarf (damit du flüchten oder kämpfen kannst). Wenn du dauerhaft im Stressmodus bist, bleibt dein Cortisolspiegel auch nach Feierabend erhöht. Du spürst das in Form von Heißhunger auf Fett und Zucker: ein paar Pommes zwischendurch, Nudeln in der Personalkantine, der Rest vom Dessertbuffet und nach Feierabend eine Pizza vom TV – nur her damit! Oder du machst es wie ich damals: Den ganzen Tag vor lauter Hektik keinen Bissen runterkriegen und nach Feierabend ab zur Tankstelle und noch im Auto eine ganze Packung Chips verputzen.

Stress-Signal Nr. 4: Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

Kennst du das? Es fällt dir immer schwerer, einen klaren Kopf zu bewahren und dich zu konzentrieren. Wenn du mal frei hast, kannst du gar nicht richtig abschalten oder du verzichtest sogar freiwillig auf deinen freien Tag, weil so viel los ist und dein Team nicht im Stich lassen willst. Du schiebst einen bedrohlichen Berg an To Do’s vor dir her um den du dich kümmern willst, sobald du den Kopf dafür frei hast. Diese „Aufschieberitis“ ist ein Mechanismus der unbewusst einsetzt um den Stress in den Griff zu bekommen. Absolut kontraproduktiv! In Wahrheit springst du so nur von einem Brandherd zum anderen ohne einen wirklich zu löschen.

Stress-Signal Nr. 5: Du bist oft verspannt und hast Schmerzen

Anhaltende geistige Anspannung (Stress) führt über kurz oder lang zu körperlicher Anspannung, oft zeigt sich das in einem verspannten Nacken- und Schulterbereich. Unter Stress neigen wir dazu, eine verkrampfte Haltung einzunehmen, ohne dass es uns bewusst ist.

Raus aus der Stressfalle – aber wie?

Hast du dich wiedererkannt? Dann ist es höchste Zeit, deinen Stresshormonspiegel abzubauen. Du hast genau zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder du machst so weiter, ignorierst den Stress und lebst mit den Konsequenzen
  2. Oder du übernimmst Selbstverantwortung und lernst mit dem Stress in deinem Leben umzugehen

Leider gibt es noch keine Wunderpille die du einmal nimmst, der Stress löst sich in Luft auf und du kannst weitermachen wie bisher. Stressmanagement (ich hasse dieses Wort, aber es trifft einfach zu) braucht eine ordentliche Portion Wille und Durchhaltevermögen. Du musst bereit sein dich zu ändern, dich deinem Stressempfinden stellen und vieles ausprobieren um zu erkennen, welche Strategie für dich funktioniert.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es alleine ist. So richtig geschafft habe ich es erst, als ich mir Hilfe geholt habe. Trotzdem tappe hin und wieder in die Stressfalle und verfalle in alte Muster, wenn wieder einmal die Hölle um mich herum ausbricht. Aber – und das ist der Unterschied zu früher – ich weiß jetzt, wie ich auf schnellstem Wege wieder rauskomme! Es ist nie zu spät für „Stopp, jetzt reicht’s!“ und aus dem Stresskarussell auszusteigen. Wenn du dich intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir meinen Stressmanagement-Onlinekurs.

5 Stresskiller, die sofort wirken

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Dieses Webinar ist mein Geschenk für Führungskräfte in der Hotellerie die wie ich genug haben von der ewigen Jammerei und ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen. Wir sehen uns im Webinar!

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